Die Botschaft hör ich wohl … - Medienexperte: Computerspiele als Chance…
computerspielehlt der Glaube, dass die im Beitrag dargelegten
Erkenntnisse von Experten auch bei den entsprechenden Politikern die
Runde machen werden. In den Köpfen der Letztgenannten existiert
nämlich nicht nur die normale Blut-Hirn-Schranke, sondern auch eine
“Populismus-Schranke”. Die wiederum verhindert, dass Fakten, sofern
diese nicht populistisch verwertbar sind, einfach (und im besten
Fall) ignoriert oder (im ungünstigeren Fall) verfremdet, verfälscht
oder lächerlich gemacht werden, bevor sie allzu bekannt werden.
Computerspiele und Gewaltbereitschaft
… was für ein großartiges Thema, an dem man die eigene Verlogenheit
wachsen lassen kann. In anderen Worten: Was hat bislang mehr
Menschenleben gekostet oder mehr Gewaltexzesse produziert,
CounterStrike oder “König Fußball”?
Sieht schlecht aus für Fußball, sehr schlecht sogar. Sollten die
Innenminister dann nicht besser ein Verbot von Fußball fordern? “Kann
man nicht vergleichen!”, hör ich schon wieder, “Kann man doch!”,
behaupte ich. Denn der Staat gibt an jedem Fußballwochenende mehr
Geld für die Eindämmung von Gewalt in Stadien aus, als etwa für
“Ursachenforschung im Bereich von Videospielen und kindlicher
Psyche”. Der Staat gibt all diese Mittel aus, ohne auch nur
ansatzweise daran zu glauben, dass das Problem durch polizeiliche
Kontrolle und Überwachung gelöst werden könnte.
Aber hysterisch “Verbot für Killerspiele!” kreischen, dafür ist immer
noch genug Zeit in der heutigen politische Kaste. Denn die
computerspielende Jugend von heute ist ja so unglaublich
gewaltbereit.
Kleine Frage, meine Herren und Damen Politiker: Was gefährdet mich
eher an Leib und Leben? Wenn ich bei einer LAN-Parte bekenne, dass
ich DOOM3 mehr mag als HL2, oder wenn ich mit einem T-Shirt mit dem
Aufdruck “HSV rulez!” in eine Kneipe in St. Pauli stolpere?
Siehste, so herum versteht’s vielleich auch eine(r) der etwas
“langsameren” PolitikerInnen.
“Schau’n ma mol” (R)