Re: Polemik und Verantwortungsflucht - Gewaltvideos und brutale Computerspiele …

computerspieledenke ich das die Kids weniger Rambo’s Attitüden ‘einfach’
> nachahmten, sondern das es keine Kontrollinstanz durch die
> erwachsenen Begleitpersonen gab, diese wohl einfach kommentiert
> haben: ‘Geiler Film, nicht?’
>
Full ACK.
> Und sicher spielte ‘Druck’, egal welcher Natur (Gewalt, Angst,
> Misstrauen, Unverständniss) in deren Familie eine größere Rolle als
> bei den unauffäligen Kids.
>
> Die, die ich meinte waren 7-10 jahre alt und ganz sicher alles andere
> als schreckliche Kinder. Sie waren schlecht begleitet.
>
> Heute ist das Bild auf dem Schulhof krasser. Aber auch die
> Verhältnisse in der Gesellschaft allgemein sind ja auch krasser
> geworden. Wenn die Erwachsenen (Lehrer, Eltern) schon überfordert
> sind, wie sollen sich die Kids da zurechtfinden?
>
Nochmal 100% ACK.
> Gleichzeitig Nähe, Respekt und Verständniss zu den Kids aufbauen und
> Alternativen und Vorbilder anbieten - ob Sport, Kunst oder von mir
> aus auch gemeinsames Counter Strike im Schulnetzwerk.
>
Du singst mein Lied. Ich beobachte mit Schrecken, welche Szenen sich
teilweise auf dem Schulhof meines Sohnes (1. Klasse !!) sowie
teilweise auch im privaten Umfeld abspielen. Allerdings, so wirklich
verwunderlich finde ich das nicht - nur sollte man diese “Symptome”
von mehreren Seiten beleuchten: den Buhmann allein in der
Spieleindustrie zu suchen, ist in der Tat viel zu einfach. Aber, sie
ist mitverantwortlich. Das war sie immer schon, genau wie die
Filmindustrie / Fernsehen / andere Medien. Es zeigt sich aber ein
zunehmender Trend der - ich nenne es mal “Hemmschwellen-Absenkung”.
Je weiter man zurückdenkt, desto klarer war es, das man bestimmte
Dinge einfach nicht zeigte / veröffentlichte / Jugendlichen
zugänglich machte. Nur schwach angerissen, aber das ist nur ein
Punkt.
Der nächste Punkt ist definitiv das Elternhaus. Manchmal frage ich
mich, erziehen die ihr Kind überhaupt noch? Begleiten und
unterstützen sie es nach allen Kräften? Sind sie immer für ihr Kind
da? Sind sie in der Lage, kleinere und schwere Probleme wirklich zu
erkennen und sie im Sinne des Kindes zu lösen? Ich habe das Gefühl,
man muss immer häufiger alle Fragen mit NEIN beantworten. In einer
Ego-Gesellschaft, in der das Streben nach Macht, Karriere,
Selbstbehauptung immer intensiever wird, wundert mich das aber auch
nicht. Wenn ich im TV sehe, wie eine Frau, die meint, man solle sich
mehr um seine Kinder kümmern (und Frau dafür auch mal die
Karrieregeilheit hinten anstellen - “doppelrot, ick hör dir
trapsen”), komplett plattgeredet wird, kann ich nicht soviel essen
wie ich kotzen möchte. Da wird ausgelassen drüber diskutiert, wie man
ein 18 Monate altes Kind am besten “wegorganisiert” - um sich selbst
zu verwirklichen!! Und das wird mit reichlich Applaus honoriert!!
Hallo - geht’s noch irgendwie? Welchen Bezug soll das Kind zu seinen
Eltern aufbauen? Wie können solche Eltern, die mehr Zeit mit schickem
Businessanzug im Büro und im Fitness-Studio verbringen wollen als mit
ihrem Kind auf dem Boden liegend im Kinderzimmer spielend jemals vom
Kind als Vorbild angesehen werden?
Oft habe ich meinen Sohn in den Kindergarten gebracht (habe es mir
mit meiner Frau geteilt) und war oft erschreckt, das Mütter (und
NEIN, nicht nur Unter-, Mittel- oder Oberschicht - sonder quer durch)
ihre Kinder mit teilweise 39 Fieber in den Kindergarten brachten -
warum? Sie unterhielten sich im Vorraum ausgelassen darüber, dass sie
“dringend mal wieder Shoppen gehen müssten” oder sie den Termin im
Fitness-Studio ja schlecht absagen könnten - sie müssten ja auch mal
an sich denken. Leute, das kam verdammt oft vor, und immer von den
gleichen Müttern (ja - macht mich ruhig doppelrot dafür, aber es
waren eben kaum Väter dort, und die wenigen hatten eben nicht solche
“Allüren”). Es wurden teilweise heftigste Diskussionen mit der
Kindergärtnerin geführt.
Und als letzten Punkt sehe ich auch die Schule. Was lernen die Kinder
hier eigentlich noch? Frag mal eine(n) 16-Jährige(n) nach dem
längsten Fluss Deutschlands und wo er entspringt. Fragt ihn / sie
mal, wer Erich Honecker war, oder Lübke. Wie, keine Ahnung??? Aber
wieviel MegaPixel das neueste Handy hat, genaue Typenbezeichnung
Geilheitsfaktor: wie aus der Pistole geschossen.
Ausserdem: Schaut Euch die Sauställe von Schulen doch teilweise mal
an. Ich hätte auch keinen Bock, da irgendwas zu lernen. Politik und
Kommunen sind gefragt, die knappen Gelder an die richtigen Stellen zu
leiten.
Und dann teilweise das Lehrpersonal, welches u.a. jammert, es sei mit
Klassengrössen > 20 Kindern “tootal überfordert, Du”. Hey, zu meiner
Zeit (Anfang 80er) waren bei uns >33 normal! Und die Damen und Herren
da vorne hatten uns im Griff. Es waren Autoritäts-Personen.
So, hab einfach mal Luft ablassen wollen. Und nein, ich will nicht
pauschalisieren! Weder bei Eltern, noch bei Lehrern, noch bei den
Kindern. Aber ein Trend in die falsche Richtung ist klar zu erkennen.
Und wenn eine v.d. Leyen (wie erzieht die eigentlich ihre sieben
Kinder??) immer predigt, man müsse immer mehr an seine
Selbstverwirklichung denken, wird mir kotzübel.
Eltern, denkt mehr an eure Kinder - seid mehr für sie da - von Anfang
an. Wer Kinder in die Welt setzt, MUSS sich dieser Verantwortung voll
bewusst sein. Diese Verantwortung kann kein TV / Babysitter und auch
keine Playstation übernehmen. Wertschätzung,
Verantwortungsbewusstsein und Selbstsicherheit kommen nicht von
alleine - man muss es vorleben.
Genug jetzt mit dem moralischen Zeigefinger. Mund abwischen und auf
geht’s…
in diesem Sinne.

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