Re: Computerspiele sind trotzdem verdummend! - Medienexperte: Computerspiele als Chance…
> Tja aber zeige mir doch bitte mal ein Spiel welches echte Kreativität
> benötigt.
The Movies. Sim City. Sowie hunderte “Experimentelle Spiele” die in
der Spieleforschung entwickelt wurden, etwa “Cloud” (ein Spiel in dem
man “Wolken sammelt und verschiebt um Wettersituationen zu erzeugen”,
also reines Freeform Creative Play).
Und wenn man Spiele als Plattformen betrachtet, dann ist jedes Spiel
mit Modding-Tools eine Quelle für Kreativität: siehe Machinima, wo
mit Hilfe von (Egoshooter-)Engines kleine 3D-Filmchen gemacht werden.
Hier hat man die Mechanik eines Spiels (bzw. einer Spielengine)
verwendet, um etwas zu machen was gar nicht vorgesehen war.
Dieses Phänomen nennt man “emergent Gameplay”, das ist der heilige
Graal des Spieldesigns. Als SPieldesigner hat man immer gern dass man
einige Regeln vorgibt, aber der Spieler dann in diesem Regelsatz dann
Möglichkeiten im Gameplay entwickelt, die vom Spieldesigner gar nicht
konkret angedacht waren.
> Ich suche selbst im Fantasybereich schon lange etwas, bei dem man
> mehr machen muss als irgendwelche Monster killen oder Fallen
> entschärfen…
Im Fantasybereich wird das wohl eher schwer. Obwohl es schon einige
gute Rollenspiele gibt, die einem Entscheidungsfreiheiten geben (etwa
auch, einen Konflikt nur durch Dialoge zu lösen). Fallout oder
Planescape: Torment waren da gute Beispiele.
Aber sehr oft liegt hier die Verantwortung beim Spieler (sh. obigen
Absatz über Emergent Gameplay): der Spieldesigner gibt ja nur ein
paar Regeln vor. Was man dann macht ist einem selbst überlassen, und
wenn das Spieldesign offen und gut genug ist, dann kann man durchaus
extrem kreative Dinge machen, wenn man selbst kreativ veranlagt ist,
oder etwa das Ziel erreichen (”Monster killen”) auf eine Weise die
der Spieldesigner gar nicht geplant hat. Das ist auch Kreativität.
> Das einzige was mich bei Computerspielen bislang erfüllt hat war
> Ultima Online auf Rollenspielfreeshards.
> Aber Strategiespiele etc. war ich bisher einfach nur enttäuscht von
> der Blödheit der KI.
Dann spiel gegen Menschen.
> Nenne mir ein Spiel was echt komplex ist, wo ich planen muss und so
> (und mit planen meine ich nicht ein bischen was am Team herumklicken
> sondern echte Planung!).
Taktik-Shooter erfordern ziemliche Planung.
Incredible Machines ist ein Klassiker in der Planung (das
Spielprinzip ist Planung an sich!).
Dir empfehle ich vor allem Nicht-Echtzeit-Strategiespiele. Also
rundenbasierte. Diese haben einen wesentlichen Fokus auf Planung
gegenüber jenen wo man direkt rumklickt und die Aktionen sofort
ausgeführt werden.
Falls dir Weltkriegsszenarien zusagen, empfehle ich “Hearts of Iron”.
Ohne Planung wird man in diesem Spiel schnell verlieren.
> Dann nehme ich mein Statement gerne zurück…
> Aber wie gesagt.
> Was ich da bisher so an Spielen gespient habe -> sehr enttäuschend!
Mir scheint, du kennst nicht viel.
April 2nd, 2008 at 03:01
[…] Form von Gewaltdarstellung > “Strategiespiele” haben? Merkst Du was? Die Einteilung ist für den > Zweck komplett nutzlos. in […]